Loco-Express gewinnt das Topspiel

Stimmt der Score? Und warum ein rechter Winkel nicht richtig sein muss!

Mittwochabend. Spitzenspiel in der Landesliga. Der noch ungeschlagene Tabellenführer aus Haspe empfängt den hoch- bis übermotivierten Tabellenzweiten vom TV Freudenberg. Am Ende muss Nationalmannschafts Teammanager und Freudenbergtrainer Heikel ben Meftah akzeptieren, dass man niemals das Herz eines Champions unterschätzen sollte!

Zu den Ereignissen im Spiel; die Locos können mit voller Kapelle auf dem heimischen Quambusch antreten. Drei Aussetzer auf der Bierbank plus zwei Dauerverletzte, an Masse jedenfalls mangelt es nicht. Der Gast aus Freudenberg präsentiert sich dafür im Durschnitt etwa halb so alt, wie die Hasper Bierbank. Das Spiel selbst nimmt von der ersten Sekunde an Fahrt auf. Schnelle Angriffe, schnelle Abschlüsse hüben wie drüben und auf beiden Seiten eine Fahrkarte nach der nächsten. Es dauert tatsächlich 3 Minuten und 38 Sekunden und gefühlte 50 Angriffe, ehe die Locos zum ersten Mal scoren. Bezeichnender Weise ist es einer von zwei Freiwürfen, der den Bann bricht. Schon im Gegenzug erzielen die Gäste dann den ersten Feldkorb. Nach den ersten 10 Minuten führt der Loco Express mit 11:10.

Wer allerdings angenommen hat, dieses lowscoring Game sei das Resultat von engagierter und harter Abwehrarbeit, der wird im zweiten Spielabschnitt eines besseren belehrt. Denn viel Einsatz zeigen vor allem die jungen Freudenberger. Den Haspern gelingt es dagegen nicht ihre Routine und ihre Größenvorteile entsprechend einzusetzen. Dazu treffen die Gäste jetzt auch jenseits des Perimeters deutlich häufiger. Auch weil der Tabellenführer oft zu weit entfernt vom jeweiligen Schützen steht. Schon in diesem Abschnitt erweist sich der Gästecoach als ausgesprochen mitteilsam. Beschränken sich seine Ansprachen anfangs noch auf seine eigenen Spieler und die guten Refs, wird im weiteren Spielverlauf auch Sebastian in die Plapperarie mit einbezogen. Gemeinsam mit den Schiedsrichtern kommt es in Folge zum internationalen Spätschoppen, allerdings ohne Werner Höfer, Moselwein und Zigaretten. Zur Pause haben die Freudenberger deutlich das Ruder herumgerissen. Sie führen zu diesem Zeitpunkt hoch verdient mit 28:39.

Die Pausenansprache von Coach M.C. entpuppt sich als eine Mischung aus Analyse, Sarkasmus und Kampfansage.

Die Worte finden Anklang und fortan präsentiert sich der Loco Express wieder als der gewohnte Schnellzug mit Weichenstellung – grün – Richtung Sieg. Allen voran der Shewolf zeigt seine Hustlequalitäten und schnelle Hände in der Defense. Das färbt ab. Die Locos erkämpfen sich immer mehr Rebounds und zeigen sich in der Verteidigung auch Dank der Umstellung auf die Zone insgesamt griffiger. Das Resultat sind vermehrt Ballgewinne und auch am gegnerischen Brett nimmt das Tempo im Passspiel zu. Der Titelverteidiger kommt allmählich rann. Nach dem dritten Viertel ist der Rückstand beim 51:58 auf nur noch 7 Punkte zusammengeschmolzen.

Dass der Loco Express jetzt unter Dampf steht registriert auch Heikel ben Meftah. Die simple Nachfrage von Coach M.C. zu einem Foul gerät in der Folge zu einem ausgiebigen Meinungsaustausch mit den Refs, zu dem der Gästecoach, obwohl eigentlich unbeteiligt, mannigfaltige Wortbeiträge beisteuern kann.

Als beim Stand von 57:60 die Hallenuhr ein 58:60 wegen einer Fehlfunktion anzeigt, schallt es durch die Halle:

 „Stimmt der Score?“

Und fortan wird auch der Anschreibetisch in den Erzählkreis miteingebunden. Dass der Freudenberger Übungsleiter einen willkommenen Anlass finden will, um den Spielfluss der Locos zu unterbrechen, möchte weder unter den Zuschauern noch irgendeiner der Aktiven in dieser Situation erkennen.

Viereinhalb Minuten vor dem Ende sind die Gastgeber beim 62:64 wieder in unmittelbarer Schlagdistanz und 63 Sekunden vor der Schlusssirene gehen sie mit 68:67 erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Führung.

Zur gleichen Zeit springt Fassou das Spielgerät unglücklich an die selten benötigte rechte Hand. In der Folge weist sein Ringfinger einen rechten Winkel auf, der so von der Anatomie eigentlich nicht vorgesehen ist. Eindeutig ein neurologisches Problem, wie er meint und wendet sich vertrauensvoll an Doc Veit, der mit einem ruckartigen Eingriff das Problem begradigt.

In den verbleibenden Sekunden versuchen die Freudenberger zwar verzweifelt zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen, die aufmerksame Defense der Locos weiß das aber zu verhindern.

Am Ende steht ein 73:67 – ja, der Score stimmt – und die Erkenntnis, dass der Loco Express auf seiner Mission „three peat“ weiterhin ungeschlagen den nördlichsten Punkt der Tabelle darstellt.  

Die Heizer des Loco Express:

Fischer, Mlynarski 6, Wolf 14, Appel 1, Kerpal 3, Eulerich, wasi m. 2, Marscheider 11, Freitas – Nogueira, Tempelmann T. 8, Höhn 11, Veit 17

© Jörg Dierkes

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